Werkstatt für 
 Uhren und Schmuck

Uhren

UHREN-FACHBEGRIFFE

  • Anker
    Teil der Ankerhemmung, mit der Form eines Schiffsankers.
  • Ankerrad
    Es bildet zusammen mit dem
    Anker die Hemmung und ist das letzte Rad im Räderwerk.
  • Aufzugskrone
    Siehe:
    Krone.
  • Aufzugwelle
    Welle, an deren äußeren Ende die
    Krone angebracht ist. Sie stellt die Verbindung zum Uhrwerk her.
  • Automatik-Uhr
    Bei dieser Art Uhr wird die Bewegung am Arm des Trägers auf mechanischem Wege in Aufzugsenergie umgewandelt, indem über einen
    Schwung-Rotor die Zugfeder gespannt wird.
    Vorteil ist der im Vergleich zum
    Handaufzug gleichmäßigere Kraftverlauf und die Unabhängigkeit von äußeren Verrichtungen wie Aufzug oder Batteriewechsel. Jedoch muß die Uhr genügend bewegt werden. Die täglichen Gangabweichungen summieren sich im Laufe der Zeit.
  • Abraham Louis Breguet (1747/1823)
    Der geniale Uhrmacher gilt als größter Erfinder auf dem Uhrensektor. Zu seinen bedeutendsten Erfindungen zählen
    - 1783: Breguet-Zeiger: Uhrenzeiger aus gebläutem Stahl in der charakteristischen Form
    - 1791: Stoppuhr mit springendem Sekundenzeiger
    - 1794: Uhr mit springendem Stundenzeiger
    - 1795:
    Tourbillon
    - 1796:
    Breguet-Spirale; "Montre à tact": Taschenuhr mit automatischem Aufzug
    - 1798: unabhängiger Sekundenzeiger
    - 1820: Stoppuhr mit unabhängig voneinander schaltbaren Sekundenzeigern aus der Mitte
  • Breguet-Spirale
    Unruhspirale, bei der der letzte Spiralumgang doppelt knieförmig und nach oben gebogen ist. Die von Breguet 1795 erfundene und nach ihm benannte Spirale dehnt sich so nach allen Seiten gleichmäßiger aus.
  • Brücke
    Auf zwei oder mehr Punkten der Grundplatine aufliegende und dort mit Stellstiften und Schrauben befestigte Messingplatte. Zwischen Brücke und Platine drehen sich die Achsen und Räder.
  • Chronograph
    Armbanduhr, deren zusätzlicher Mechanismus zum Messen bestimmter Zeiträume gestartet, angehalten und auf Null zurückgestellt werden kann.
  • Chronometer
    Präzisionsuhr, die in verschiedenen Lagen und Temperaturen feinreguliert wird und durch die amtliche Prüfstelle COSC in La Chaux-de-Fonds ein Zeugnis (Chronometer-Zertifikat) erhält.
    Die Prüfung umfaßt einen Zeitraum von 15 Tagen und bezieht fünf verschiedene Lagen (Krone oben, unten, links, Glas oben und unten) und drei verschiedene Temperaturen (8°, 23°, 38°) ein; dabei darf z.B. in Kategorie I (über 20 mm Werk-Durchmesser) der mittlere tägliche
    Gang nur zwischen -4 und +6 Sekunden liegen.
    Die meisten Chronometer stammen heute von der Firma ROLEX, danach folgt mit weitem Abstand Omega und als Dritter TAG Heuer (1994).
  • Ewiger Kalender
    Neben der normalen Uhrzeit (Stunden, Minuten und Sekunden) wird zusätzlich noch Datum, Wochentag, Monat und Jahr angezeigt, unter Berücksichtigung der Schaltjahre, Monatslängen und Mondphasen.
  • Feder
    Zugfeder zum Speichern der Aufzugsenergie.
  • Federhaus
    Im Federhaus befindet sich die eingerollte
    Zugfeder, welche die Aufzugenergie speichert.
  • Gang
    Der Gang ist der Unterschied zwischen zwei abgelesenen Uhrenständen bei 1 Tag Differenz.
  • Gangabweichung
    Aufgrund unterschiedlicher Umwelteinflüsse wie Temperatur oder Lage des Werkes kann der
    Gang unterschiedlich ausfallen. Die Gangabweichung drückt den Unterschied zwischen zwei gemessenen Gängen aus.
  • Gangreserve (Gangdauer)
    Zeit, die zwischen Vollaufzug und völliger Entspannung der Zugfeder vergeht.
  • Glucydur-Unruh
    Unruhreif aus der sehr harten Legierung Kupfer und 2-3% Beryllium, das in Frankreich Glucinium heißt und zusammen mit dem französischen Wort "dur" für "hart" zu Glucydur zusammengesetzt ist.
  • Halbschwingung
    Winkel, den die schwingende
    Unruh zwischen ihren beiden Umkehrpunkten beschreibt. Zwei Halbschwingungen werden als Schwingung bezeichnet, hörbar als "Tick-Tack".
  • Handaufzug
    Die
    Zugfeder wird durch tägliches Aufziehen mit der Aufzugskrone gespannt.
  • Incabloc
    Heute am häufigsten eingesetzte Stoßsicherung bei Uhren.
  • Kaliber
    Bezeichnung für die Abmessungen eines Uhrwerkes, heute häufig synonym für Werk verwendet.
  • Kleine Sekunde
    Sekundenanzeige, die dezentral, also nicht in der Zifferblattmitte erfolgt.
  • Komplikation
    Uhrwerk mit einem oder mehreren zusätzlichen Mechanismen (Schlagwerk, Kalender,
    Repetition, Chronograph, Wecker).
  • Krone
    Seitlich am Gehäuse befindliches geriffeltes Rad zum Einstellen der Uhrzeit (oder weiterer Anzeigen wie Datum, zweite Zeitzone) und bei
    Handaufzugsuhren zum Spannen der Zugfeder.
  • Lünette
    Glasrand oder Zierring einer Uhr. Bei
    Taucheruhren mit Minutenmarkierungen versehen und drehbar ausgelegt zum Einstellen der Tauchzeit.
  • Manufaktur
    Hersteller, der sowohl das Werk als auch die weiteren wesentlichen Teile der Uhr selbst anfertigt.
    (Ein recht umstrittener Begriff, da er eine exklusive Auslese unter den zahlreichen Anbietern herbeiführt. Deshalb sehr begehrt und aus Werbegründen gerne beansprucht, obwohl nicht immer zu Recht. Man rechnet heute im strengen Sinn nur ca. 10 Hersteller zu dieser Gattung, darunter: Patek Philippe, Vacheron Constantin, Audemars Piguet, Rolex, Jaeger LeCoultre, Piaget, Girard Perregaux, Zenith, Lange, Glashütte, Chopard und Minerva.
  • Mechanische Uhr
    Klassischer Uhrentyp ohne elektronisches Schwingungssystem.
  • Mikrorotor
    Kompakter
    Schwungrotor einer Automatikuhr, der durch seinen kleineren Durchmesser in das Uhrwerk integriert werden kann und dadurch die Gehäusehöhe voll ausnutzen kann.
  • Mineralglas
    Mineralisches Uhrglas (Härte 5 Mohs), nicht kratzfest.
  • Mondphasenuhr
    Zusätzlich zur Uhrzeit wird auch die Mondphase angezeigt.
  • Mono-Rattrapante
    Aufgrund des geringeren Bauaufwandes preisgünstigere Variante des
    Schleppzeiger-Chronograph bzw. Rattrapante mit nur einem Stoppzeiger und zwei Chronographen-Drückern. Beim Festhalten des unteren Drückers hält der Stoppzeiger an, um die Zwischenzeit abzulesen, und springt beim Loslassen an die Position, die er beim Weiterlaufen ohne Stop eingenommen hätten.
    Das mögliche Differenzintervall beträgt dadurch maximal 60 Sekunden.
  • Räderwerk
    Sämtliche Räder und Triebe, die vom
    Federhaus aus die Triebkraft an das Hemmungsrad übertragen. Dazu gehören:
    — Minutenrad
    — Kleinbodenrad
    — Sekundenrad
    — Hemmungsrad
    Alle diese Räder sind auf ihren Trieben meistens aufgenietet.
  • Rattrapante
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    Schleppzeiger-Chronograph
  • Regulator
    Bei diesem Uhrentyp dominiert als einziger großer Zeiger der Minutenzeiger, während Stunden- und Sekundenzeiger sich jeweils dezentral in kleineren Zifferblattbereichen drehen.
    Das bekannte Modell der Firma Chronoswiss initierte kürzlich ein Wiederaufleben dieser Uhrengattung. Früher gab es sie v.a. bei speziellen Standuhren, die von den Regulateuren der Uhrenwerkstätten zum präzisen Einstellen der Zeit benutzt wurden.
  • Regulierung
    Feineinstellen einer Uhr mit mechanischem Schwingsystem. Es gibt unterschiedliche Verfahren und Qualitäten:
    • Bei normaler Regulierung wird der Gang der Armbanduhr mit "Zifferblatt oben" und "Krone oben" gemessen und auf maximal 30 Sekunden Gangabweichung eingestellt.
    • Bei Regulierung in verschiedenen Lagen wird in 2, 5 oder 6 Lagen reguliert, etwa horizontal: "Zifferblatt oben" (ZO), "Zifferblatt unten" (ZU) und vertikal: "Krone oben" (KO), "Krone links" (KL), "Krone rechts" (KR), "Krone unten" (KU).
    • Bei Regulierung der Temperaturkompensation wird der Gang jeweils 24 Stunden bei 4°C, 20°C und 36°C gemessen und reguliert.
  • Repetition
    Zusätzliches Läutwerk einer Uhr, das Minuten, Viertelstunden und/oder Stunden akustisch verdeutlich.
  • Rotor
    Das Schwunggewicht des automatischen Aufzugs, entweder in der verbreiteten Variante über die gesamte Gehäusebreite parallel zum Werk kreisend, oder als
    Mikrorotor ins Uhrwerk integriert.
  • Saphirglas
    Wertvolles künstlich hergestelltes Glas mit höchster Härte und Kratzfestigkeit (9 Mohs), die nur von Diamant übertroffen wird.
  • Schaltrad-Chronograph
    Klassischer
    Chronographen-Typ, bei dem die Start-, Stop-, und Nullstellung der Zeiger über ein neunzähniges Säulenrad, später auch Schaltrad genannt, gesteuert wird. Die handwerklich sehr anspruchsvolle Fertigung dieser Technik wird heute nur noch in seltenen Fällen durchgeführt. Daher stellen Uhren mit dieser in den 30er und 40er Jahren verbreiteten Konstruktion heute sehr gesuchte Sammlerstücke dar.
  • Schleppzeiger-Chronograph
    Diese Art von
    Chronograph wurde früher Doppelzeiger-Chronograph oder "nachspringende Sekunde" genannt, ein Synonym hierfür ist Rattrapante (von französisch rattraper = wieder einholen). Der Schleppzeiger, ein zweiter großer Stoppzeiger, wird angehalten, um eine Zwischenzeit zu stoppen, beim Loslassen springt er auf den Stand des anderen Stoppzeigers nach und läuft mit diesem synchron weiter. Hierdurch können beliebig viele Zwischenzeiten genommen werden (sofern es sich nicht um Abstände von nur wenigen Sekunden handelt).
    Dieser Uhrentyp verschwand in den 60er Jahren, erlebte aber nach Wiedereinführung durch Blancpain im Jahre 1989 eine erfolgreiche Wiederkehr bei zahlreichen Herstellern.
  • Schnellschwinger
    Uhren mit 28 800 oder 36 000
    Halbschwingungen der Unruh pro Stunde nennt man Schnellschwinger.
  • Schraubboden
    Mit einem Gewinde versehener Boden, der ins Uhrengehäuse eingeschraubt ist.
  • Schraubkrone
    Mit dem Gehäuse verschraubbare
    Aufzugskrone, die für eine komplette Wasserdichtheit sorgt.
    Zuerst von Rolex 1926 im Oyster-Modell eingesetzt und ein Jahr später bei der Durchschwimmung des Ärmelkanals durch Mercedes Gleitze publikumswirksam erprobt.
  • Skelettierung
    Um der Uhr ein filigraneres Aussehen zu verleihen, werden
    Brücken , Platinen, Zifferblätter und ggf. Rotoren so ausgesägt, daß möglichst wenig Material übrigbleibt und durch Uhrglas und Glasboden ein kunstvolles Ornament sichtbar wird. Besonders aufwendig ist dies bei Chronographen, die über beträchtlich mehr zu bearbeitende Teile verfügen als einfache Uhren.
    Skelettierte Werke werden oft noch mit feinen Gravierungen und Ziselierungen versehen.
    Es gibt manuelle und maschinelle (computergesteuerte) Skelettierung. Am bekanntesten für erstere sind die Skelettuhren von Kurt Schaffo, dabei handelt es sich sogar jeweils um Unikate.
  • Spiralfeder
    Die Spiralfeder bildet zusammen mit der
    Unruh das Schwingungssystem. Sie besteht aus einem dünnen Flachdraht, zumeist aus Nivarox.
  • Springende Stunde
    In einem Fensterchen, meist am oberen Rand des Zifferblattes, befindet sich eine Scheibe mit den Stundenziffern, die stündlich springend weitergeschaltet wird.
  • Steine
    Synthetisch hergestellte Rubine, die Abnutzung und Reibung der Räder vermindern.
  • Stoßsicherung
    Elastisch gelagerte Steinlager der
    Unruhwelle sorgen dafür, daß deren Zapfen bei Stößen und beim Herunterfallen der Uhr nicht brechen. Die gebräuchlichste Stoßsicherung ist heute Incabloc, eine weitere ist Kif-Flector.
  • Swiss made
    Als Schweizer Uhr gelten Uhren, deren Werk in der Schweiz zusammengesetzt, in Gang gesetzt,
    reguliert und vom Hersteller kontrolliert worden ist, ferner wenn es mindestens 50% aller Bestandteile aus schweizerischer Fabrikation enthält (dem Wert nach gerechnet), und es in der Schweiz der dort geltenden technischen Kontrolle unterliegt.
  • Tachymeter
    Uhrenskala zum Messen der Geschwindigkeit. Nach einem zurückgelegten Kilometer kann am Sekundenzeiger der Geschwindigkeitswert abgelesen werden.
  • Taucher-Uhr
    Uhren, bei denen die Wasserdichtheit maßgeblich ist. In der Regel sind diese Uhren bis mindestens 100m Tiefe (10 bar Druck) wasserdicht. Ferner spielt die Ablesbarkeit eine wichtige Rolle, ebenso eine nur in einer Richtung drehbare Lünette zum Einstellen der Tauchzeit.
  • Tourbillon
    Der geniale Erfinder
    Breguet kam auf die Idee, eine Ursache von Gangungenauigkeiten, nämlich den Einfluß der Schwerkraft auf den Schwerpunkt der Unruh, durch eine besondere Vorrichtung zu neutralisieren. Hierbei befinden sich Ankerrad, Anker und Unruh auf einer kleinen Platte in einem sogenannten Drehgestell, einem auf der Welle des Sekundenrades sitzenden Käfig. Wie das Sekundenrad dreht sich nun auch das Drehgestell einmal pro Minute um sich selbst, wodurch eventuelle Lagen- oder Schwerpunktfehler ausgeglichen werden.
    Aufgrund der inzwischen auch auf konventionelle Weise erreichten hohen Ganggenauigkeiten ist der Tourbillon heute nur noch eine exklusive Luxusbeigabe, jedoch gilt er als Gipfel in der Ausstattung außerordentlich wertvoller Uhren.
  • Tritium
    Leicht radioaktives Leuchtmaterial zur Markierung auf dem Zifferblatt, heute aufgrund der harmlosen Strahlenbelastung anstelle von Radium verwendet.
  • Unruh
    Schwingreif als Teil des Schwingungssystems.
  • Zentralsekunde
    Im Gegensatz zur dezentralen
    Kleinen Sekunde in Zifferblattmitte angezeigte Sekunde.
  • Zugfeder
    Im
    Federhaus eingelegte Metallfeder, die die entweder durch Handaufzug oder automatischen Aufzug zugeführte Energie speichert.

 

Quelle: Zeitgefühl - Das Uhrenmagazin im Internet

 

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